Hohenloher Vergleichsfliegen 2008 Drucken
Geschrieben von: Thomas Leibbrand   
Dienstag, den 27. Mai 2008
Peter Lutz startbereit in seinem Ventus
Peter Lutz startbereit in seinem Ventus

Die Pleidelsheimer Segelfluggruppe war in der Doppelsitzerklasse mit dem Twin-Astir vertreten, den die Piloten Thomas Tieg abwechselnd mit Stefan Rothvoß und Fluglehrer Michael Beutel flogen. Die Clubklasse besetzte Gunter Binninger abwechselnd mit Peter Smodej mit dem Astir, in der Leistungsklasse flogen Rainer Lillich mit seinem Diskus, Peter Lutz mit seinem Ventus sowie Jochen Kuhn und Thomas Leibbrand, die abwechselnd die ASW 28 steuerten.

Da während des ersten Wettbewerbswochenendes am 17. und 18. Mai schlechtes Streckenflugwetter herrschte, konnten an diesen Tagen nur kurze Flüge im Platzbereich durchgeführt werden, der Wettbewerb wurde an beiden Tagen »neutralisiert«, d. h. es wurden keine Wertungsflüge durchgeführt.

Am zweiten Wettbewerbswochenende wurde am 22. Mai zwar das gesamte Starterfeld aufgebaut. Das erhoffte Wetterfenster nicht öffnete sich jedoch nicht. Es konnte wieder – außer einigen Platzrundenflügen – nicht geflogen werden. Alle Wettbewerbsteilnehmer hofften letztlich auf den 23. und 24. Mai, da für beide Tage »relativ gute Segelflugbedingungen« vorhergesagt wurden.

Die Wettbewerbsleitung schrieb für den 23. Mai in allen Wettbewerbsklassen »Racing-Tasks« als Tagesaufgaben aus. Dieses sind Flüge über zwei Wendebereiche – in unserem Fall Kreise mit 20 km Durchmesser – mit anschließender Rückkehr zum Startort. Der Pilot kann in den Wendebereichen frei wählen, ab wann er den nächsten Wendepunkt ansteuert, dadurch wird die Länge der Wertungsstrecke in gewissen Grenzen variiert. Wichtigstes Wertungskriterium bleibt weiterhin die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit.

An diesem Tag war es vorteilhaft nach Freigabe der Abfluglinie durch die Wettbewerbsleitung früh loszufliegen, da aufgrund der sich rasant entwickelnden Wolken die Sonneneinstrahlung bald abgeschirmt wurde und die Entwicklung der Aufwinde unterbrochen war.

Der Tag endete mit zahlreichen Außenlandungen, nur wenige Wettbewerbsteilnehmer konnten die Aufgaben abfliegen. Trauriges Nebenresultat dieses Tages war, dass der Pilot einer befreundeten Fliegergruppe bei einer Außenlandung verletzt wurde und das Flugzeug als Totalschaden abgeschrieben werden musste.

Doppelsitzer Twin-Astir mit Thomas Tieg und Michael Beutel bereit zum Start
Twin-Astir mit Thomas Tieg und Michael Beutel

Am ergiebigsten erwies sich der 24. Mai. Die Wetterlage wurde bereits etwas stabilisiert, so dass sich über fast den ganzen Tag kontinuierlich ausgiebige thermische Aufwinde entwickeln konnten, was den meisten Wettbewerbsteilnehmern ermöglichte, die Wendepunkte – an diesem Tag wurden ebenfalls »Racing Tasks« ausgeschrieben – zu umrunden.

Am Morgen des 25. Mai floss mit einem Frontensystem Warmluft ein. Nach einigen Regenschauern war deshalb trotz lang anhaltender, kräftiger Sonneneinstrahlung die Entwicklung von Thermik behindert. Einige Piloten, die als »Thermikscouts« gestartet waren, trafen in den Aufwindschläuchen nur auf niedrige Steigwerte, deshalb entschloss sich die Wettbewerbsleitung schweren Herzens auch diesen Wettbewerbstag zu neutralisieren.

Fliegerisch hatten wir vom Hohenloher Vergleichsfliegen in diesem Jahr mehr erwartet, doch hat die Atmosphäre, die auf einem derartigen Wettbewerb entsteht und das Zusammentreffen mit alten Fliegerbekannten mehr als reichlich entschädigt.

 

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