Von Pleidelsheim in die Alpen und zurück Drucken
Geschrieben von: Peter Lutz   
Dienstag, den 01. Mai 2007

Am Samstag den 28.04.07 starteten die Pleidelsheimer Fluglehrer Jochen Kuhn und Peter Lutz zu einem gemeinsamen Flug. Ihr Ziel: die Alpen.

OLC-Flugdarstellung (Jochen Kuhn)

Schon lange spielten wir mit dem Gedanken, von Pleidelsheim aus mit dem Segelflugzeug in die Berge zu fliegen. Am 28.4.2007 war das meteorologische Umfeld dafür optimal: Die Meteorologen sagten schon am Freitag gute Flugbedingungen für den nächsten Tag voraus. Am Samstagmorgen war dann klar, dass dies das richtige Wetter für dieses Vorhaben war: Gute Thermik, hohe Wolkenuntergrenzen und auch auf der sonst etwas schlechteren Albhochfläche gute Bedingungen. Also ging es los.

Nach anfänglichen Verzögerungen gelang uns der Einstieg in die Löwensteiner Berge, und wir erstiegen uns erst einmal beruhigende 2.000 Höhenmeter. Na dann los Richtung Süden.

Über Ulm und Kempten flogen wir zügig unserem Ziel entgegen. Teilweise konnten wir diesen Flug in 2700 m Meereshöhe und mit Geschwindigkeiten jenseits der 150 km/h richtig genießen. Wir hatten sogar Zeit uns über Funk gute Argumente für eine Außenlandung in den Bergen zurechtzulegen. Endlich schälten sich die ersten Berge aus der dunstigen Luft. Unser Grinsen unter den Hauben der beiden Segelflugzeuge wurde immer breiter. Der Einstieg in die Berge war gelungen. Voller Begeisterung flogen wir ins Lechtal.

Nun stand der anstrengende Heimflug auf dem Programm. Aus 2700 m Höhe konnte das doch nicht so schwer sein, dachten wir beide. Anfangs glitten wir nun mit leichtem Gegenwind über Kempten zurück Richtung Heimat. Die Thermik ließ allerdings schon merklich nach und wir mussten große Umwege fliegen um unter den Thermikwolken zu bleiben.

Blick aus dem Cockpit

»Vielleicht erreichen wir noch den Hornberg« war über Funk zu hören. Am Hornberg bei Schwäbisch Gmünd hatten wir noch knapp 1000 Meter unter den Flügeln. Also weiter Richtung Backnang. Bei Welzheim zuckten die Variometer, und wir kreisten vorsichtig ein. Noch 200 Höhenmeter mehr und wir wären zu Hause. Schnell ließen wir das mitgeführtes Ballastwasser ab um die schwache Thermik besser nutzen zu können. Ganz langsam bewegte sich die Nadel des Höhenmessers nach oben und der Bordrechner zeigte uns, dass wir jetzt heimgleiten konnten.

Die letzten 20 Kilometer glitten wir nach Hause ins Pleidelsheimer Wiesental, das wir vor der Landung tief überflogen. Um 20:30 Uhr ging ein toller Flug nach sieben Stunden zu Ende.

Alles was dafür nötig war, waren 2 Liter Sprit für den Start und viel Kraft der Sonne.