Günter Holls erster Auslandsflug.
Der Auslöser Da ich noch einige Stunden für meinen Motorseglerschein fliegen sollte, schlug ich Micha, meinem Fluglehrer, vor, etwas zu machen, was ich bis dahin noch nicht gemacht hatte. Ich stellte mir einen Auslandsflug vor, eventuell mit Flugplan aufgeben und allem was dazu gehört. »Fliegen wir doch nach Paray, wie wär´s, meine Frau und die Kinder sind gerade dort auf Besuch bei meinen Schwiegereltern.« – »Na klar« willigte ich sofort ein. Kurz entschlossen telefonierte ich mit Richard und Michael, zwei Freunden und fragte sie, ob sie denn nicht Lust hätten, uns mit dem Ultraleichtflugzeug zu begleiten. Sie waren sofort begeistert, denn mit einem Auslandsflug hatten sie auch noch keine Erfahrung. Micha brachte mir am Dienstag die Karte von Frankreich und ein Formular für einen Flugplan, den wir für´s Ausland brauchten. Als ich die Karte sah, war alles total verwirrend, denn es war eine Karte in französischer Sprache. Na ja, dachte ich, bestelle ich einfach eine normale ICAO Karte, die ich gewohnt war zu lesen. Mittwoch kurz beim Flugbedarf nachgefragt, ob sie denn eine richtige ICAO Karte von Frankreich hätten und ob ich die noch kurzfristig kriegen könnte wurde postitiv bescheinigt. Ich war beruhigt. Die Karte kam dann auch sofort am Donnerstag. Aber – es war die gleiche Karte. Also musste ich mich für die Flugvorbereitung mit den dortigen Lufträumen herumschlagen, was nicht ganz einfach war, denn die Erläuterungen waren alle in französisch oder englisch. Nichts desto trotz habe ich die Flugvorbereitung hingekriegt. Mittels Flieger-Taschenkalender und den dort enthaltenen Erläuterungen erarbeitete ich mir noch die Angaben für das Flugplanformular . Der Abflug So flogen wir also am Freitag nach gründlichem Check und vollgetankt zur ersten Station nach Freiburg, wo wir dann den Flugplan aufgaben. Mein Gegenüber bei der Flugberatungsstelle in Frankfurt sprudelte sofort los und wollte routinemäßig alle Angaben haben. Auf meinen Hinweis, dass ich so etwas zum ersten Mal mache, bemühte er sich um Verständigung und gab mir die notwendigen Erläuterungen. Die Stunde Wartezeit, die vor dem Abflug nötig war, verbrachten wir gemütlich im Cafe des Platzes. Dann ging es über die Grenze nach Frankreich. Der Flug war ruhig und schön. Etwa eine halbe Stunde vor Paray erreichten wir die Kontrollzone von St.Yan. Nun waren die Früchte meines kürzlich erworbenen englischen Funksprechzeugnisses gefragt. Ich hatte schon ein wenig Muffe, ob der mich wohl versteht. Aber bereits nach dem ersten Kontakt hatte ich meine Redewendungen schon wieder richtig im Griff. Ich war begeistert. Wieder eine wichtige Erfahrung. Kurz vor Paray, wo wir nach ca. 4 Std ankamen, schlossen wir den Flugplan per Funk und meldeten uns ab. Paray Valerie wartete bereits mit den Kindern auf dem Platz auf uns, um uns zu einem opulenten Grillfest bei ihren Eltern einzuladen. Der Abend wurde sehr spät und feucht, so dass wir am nächsten Morgen lange schlafen mussten. Am nächsten Tag trafen wir Mille Treize, was auch immer das für ein Name sein mag, am Platz an. Er zeigte uns Hallen voller Oldtimer, Gerümpel und Teile, und war sich absolut sicher, all diese Teile wieder in die Luft zu bringen. Der Rückflug Doch dann war der Heimflug angesagt. Hier gab es noch eine Hürde zu überwinden - den Flugplan. In der Hoffnung auf einen deutschsprachigen Ansprechpartner bei der Flugberatung riefen wir in Mühlhausen, was ja direkt an der Grenze ist, an. Doch weit gefehlt. Der sprach weder englisch noch deutsch, sondern nur französisch. Valerie musste herhalten. Mit vereinten Kräften und etwas mehr Zeit, brachten wir unseren Flugplan dann an den Mann. So konnten wir dann eine Stunde später losfliegen. Die Zeit nutzten wir noch für ein paar Rundflüge über Paray. Der Rückflug war schon fast Routine, zumal wir erfuhren, dass die Kontrollzone von St. Yan am Wochenende nicht aktiv war. Ein Versuch, uns anzumelden, bestätigte dies auch. Nach einem Zwischenstopp in Freiburg zur Aufhebung des Flugplanes und Nachfüllen von Sprit, flogen wir zurück nach Pleidelsheim.
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