Zwei Pleidelsheimer »Zugvögel« Drucken
Geschrieben von: Jochen Kuhn   
Dienstag, den 13. Juli 2010

fsv-logoSchon seit langem schwebte uns beiden – Peter Lutz und mir – vor, einmal mit dem Segelflugzeug zu einem weiter entfernten Flugplatz zu fliegen, dort zu übernachten und am nächsten Tag wieder zurückzufliegen. Solch ein Vorhaben wird auch als Wandersegelflug bezeichnet.

Abends im Inntal
Start in Reutte am frühen Morgen

Nach mehreren vergeblichen Anläufen war für den 2.7. und 3.7.2010 ein entsprechend gutes und stabiles Wetter vorhergesagt. Die Richtung war für uns als extrem bergverliebte Segelflieger schnell klar. Wir wollten in die Alpen, so weit die Flügel trugen.

Nachdem alles Notwendige für die Übernachtung im Flieger verstaut war (eine packtechnische Herausforderung), wurden wir von unserem Schlepp-Piloten Gunter Binninger gegen Mittag am 2.7. in die Luft gebracht. Es ging auch gleich richtig gut los, wir kamen gut in Richtung Alpen voran. Allerdings gab es immer auch Durststrecken, diesmal war es die Gegend um Kaufbeuren, wo unser Flug beinahe geendet hätte. Nach zähem Suchen und schließlich auch Finden eines Aufwindes ging es dann aber doch zum Glück weiter. Gegen 16.00 Uhr waren wir in den Allgäuer Alpen bei Füssen.

Da das Wetter auch in den Alpen sehr gut aussah, beschlossen wir, noch weiter hineinzufliegen, um dann am Abend in Reutte/Tirol zu landen. Auch hier machten wir die Rechnung einmal beinahe ohne den (Wetter-)Wirt und verbastelten uns im Inntal. Nach intensivem Hangschrubben hatten wir aber dann doch noch genügend Höhe erreicht, um sicher in Reutte zu landen.

Wir bekamen glücklicherweise direkt am Flugplatz noch ein Quartier. Am nächsten Morgen wachten wir schon früh auf, vermutlich aus lauter Vorfreude auf einen weiteren schönen Flugtag.

Der Motorsegler von Reutte schleppte uns zuverlässig in die Thermik, die schon zu dieser frühen Stunde sehr gut war und uns bis auf 3200 m brachte. Schweren Herzens machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Die Strecke bis zum Klippeneck am Südende der schwäbischen Alb war sehr schwierig, da die Thermik im Alpenvorland bei weitem noch nicht so gut entwickelt war wie in den Alpen selbst.

Auf der Alb flogen wir dann bis kurz hinter Aalen, wo wir nach Norden abbogen. Da wir immer noch nicht genug hatten, dehnten wir den Flug noch weiter nach Norden bis nach Mainbullau südlich von Frankfurt aus. Knapp östlich von Heidelberg ging es dann bis in die Nähe von Bruchsal, wo uns die aufkommenden Gewitter über dem Schwarzwald bremsten.

Nach 7½ Stunden Flug landeten wir schließlich sehr müde, aber überglücklich über zwei wunderbare Flugtage, wieder daheim in Pleidelsheim.